Kemal Cengiz über seine Erfahrungen mit Brandes & Diesing und der Endo-Exo-Prothese
Es war ein ganz kurzer Augenblick, der im Jahr 2009 das Leben von Kemal Cengiz in zwei Teile zerriss. Im Zuge eines Verkehrsunfalls auf der Autobahn A 3 geriet der Münchengladbacher mit seinem Auto unter eine nicht korrekt und normgerecht befestigte Leitplanke. Diese besonderen Umstände wollten es, dass das scharfkantige Metall dem Münchengladbacher beide Beine oberhalb der Knie abtrennte.
Danach war das Leben des gelernten Bürokaufmanns ein anderes. Die ersten Monate war er an den Rollstuhl gefesselt. Erst nach der Reha – rund zweieinhalb Monate nach dem Unfall – war es ihm möglich, sich zeitweise mit Schaftprothesen fortzubewegen. Doch auch dies ging nicht ohne Probleme. Aufgrund der besonderen Geometrie der Beinstümpfe waren wirklich passgenaue Schaftprothesen nicht herstellbar. Mit schwerwiegenden Folgen, wie Kemal Cengiz betont: „Das Gehen war jedes Mal ein echter Kraftakt, die Haut scheuerte sich regelmäßig wund, und die Druckschmerzen waren jedes Mal unerträglich“.
„Ein Leistungssportler, der wieder
richtig laufen lernte.“
Vorbehalte gegen die Endo-Exo-Prothese lösten sich von selbst auf
Kemal Cengiz wusste schon frühzeitig von einer innovativen Alternative zur Schaftprothese – der Endo-Exo-Prothese. Dennoch kam sie damals für ihn nicht in Frage. Denn 2009 war eine Versorgung mit der Endo-Exo-Prothese noch neuartig, und so rankten sich gewisse Befürchtungen um diese Innovation. So wurde auch von fachlicher Seite zu bedenken gegeben, dass das Implantat zu Knochenbrüchen führen könne. Auch sei ein erhöhtes Infektionsrisiko nicht auszuschließen.
Vorbehalte, die sich wie von selbst auflösten. Seit 2020 sind beide Beine von Kemal Cengiz mit Endo-Exo-Prothesen versorgt. Seitdem ging es sprichwörtlich bergauf. Mit den alten Schaftprothesen musste er alle 200 Meter eine Gehpause einlegen und erst einmal durchschnaufen – und das bei einem Leistungssportler, der sich nach seinem Unfall einen Namen als Para-Kanut gemacht hatte, Deutscher Meister wurde und Mitglied in der Deutschen Nationalmannschaft war. Mit den neuen Endo-Exo-Prothesen läuft er heute ohne Pause eine Strecke von 10 Kilometern!
Reine Expertensache: Die Konfiguration der Prothese
„Ganz wichtig für den Erfolg“, versichert Kemal Cengiz, „waren die Experten von Brandes & Diesing“. Sie arbeiteten nicht nur eng mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und anderen Partnern zusammen. Sie kümmerten sich auch über den gesamten Behandlungs- und Versorgungsverlauf um alles und waren jederzeit ansprechbar, wenn es darum ging, über den jeweils nächsten Schritt im Versorgungsablauf zu informieren und aufzuklären.
Am wichtigsten aber war – so Kemal Cengiz – die exakte Anpassung der High-Tech-Prothese auf seine individuellen Laufanforderungen. „Das war ein echtes Geduldsspiel“, wie der Vater von zwei Kindern betont. Hierbei arbeiteten die Physiotherapeutin und der Orthopädietechniker eng zusammen. Sie nahmen sich zwei Tage Zeit, um im Wechselspiel zwischen Bewertung des Gangbilds und der ständigen Prothesen-Optimierung eine Konfiguration zu finden, die seine ganz spezifische Art zu gehen optimal unterstützt. „Die Experten von Brandes & Diesing“, so fasst Kemal Cengiz seine Erfahrungen zusammen, „sind engagiert und sehr erfahren, haben mich perfekt versorgt, so dass ich heute wieder richtig laufen kann!“
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