Catrin Thiel über einen täglichen Begleiter der besonderen Art: die Endo-Exo-Prothese

Catrin Thiel lebt schon lange mit einer Prothese. Denn bereits im Jahre 1982 hat sie infolge eines Verkehrsunfalls das rechte Bein bis oberhalb des Knies verloren. Da war sie 16 Jahre alt. Seitdem hat sie hautnah die gesamte Entwicklung der Prothesenentwicklung miterlebt – von der einfachen Schaftprothese inklusive Holzwade bis hin zu einer hochmodernen Version mit einem elektronisch gesteuerten Kniegelenk. Auch dies eine Schaftprothese, die ihre Tücken hatte. So störte es die leidenschaftliche Hobby-Sportlerin enorm, dass sich der Schaft immer mit dem Fahrradsattel verhakte. Hinzu kam eine unangenehme Schweißbildung und ein regelmäßiges Wundscheuern des Beinstumpfs. 

Doch trotz dieser Nachteile trägt Catrin Thiel erst seit 2016 eine Endo-Exo-Prothese. Warum hat sie solange damit gewartet? „Ganz einfach“, antwortet die gelernte Sparkassenkauffrau, „ich hatte Angst vor einem Knochenbruch – auch noch, nachdem ich mit dem verantwortlichen Arzt an der Medizinischen Hochschule Hannover gesprochen hatte.“ Und sie erinnert sich noch lebhaft: „Ich weiß noch, dass ich höllische Panik hatte, als ich mein Bein zum ersten Mal mit der neuen Prothese belasten sollte. Es war schon wie ein Sprung ins kalte Wasser.“

„Ich habe wieder die volle Kontrolle
über meine Beine!“

Ob Radfahren, Nordic Walking oder Schwimmen – die Prothese ist immer dabei

Im Zentrum der ersten OP stand die Implantation der Endo-Komponente. Die hatte danach 12 Wochen Zeit, fest mit dem Hohlknochen zu verwachsen. Im Rahmen der zweiten OP wurde dann der Hautdurchgang realisiert und der Adapter inklusive der Prothese angeschlossen. Seitdem ist die Endo-Exo-Prothese zum täglichen Begleiter geworden, der Catrin Thiel ein normales Leben sichert. Das neue Bein ist immer dabei – bei der beruflichen Tätigkeit ebenso wie bei den täglichen Besorgungen und den sportlichen Aktivitäten. Hierzu gehören Nordic Walken, Fahrradfahren oder Schwimmen. „Mit der Endo-Exo-Prothese habe ich endlich die Kontrolle zurückgewonnen“, freut sich Catrin Thiel, „es fühlt sich – fast – wie ein richtiges Bein an“.

Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie die Niedersächsin aus der Nähe von Peine findet. Denn ihr Körper war ja über mehr als 3 Jahrzehnte eine andere Art der Fortbewegung gewohnt. Ihre Muskulatur und ihre gesamte Körperstatik mussten sich nun umgewöhnen. Deshalb stand eine intensive Gangschule auf dem Programm, die – von Brandes & Diesing individuell entwickelt – auch während der Reha-Maßnahme fortgeführt wurde. Dort erhielt Catrin Thiel zudem weitere begleitende Behandlungen, wie etwa Fango, Massagen und Krankengymnastik. 

Vier Monate nach der OP das „alte“ Leben zurück

Ein weiterer wichtiger Baustein war zudem die exakte Konfiguration und Ausrichtung der Prothese auf ihre individuellen körperlichen Anforderungen. Echte Millimeterarbeit, die durch Brandes & Diesing mit Bravour gemeistert wurde. Nur eine kleine Abweichung vom Optimum, und die Prothese tut nicht das, wofür sie eigentlich da ist – die natürliche Gangabfolge zu unterstützen. Deshalb erfolgte im Rahmen der Aufrüstung eine mehrmalige Optimierung aus Beurteilung des Gangbilds durch die Physiotherapeutin und der technischen Feinjustierung der Prothese durch den Orthopädietechniker. 

Eine Mühe, die sich gelohnt hat. „Nach etwa drei, vier Monaten hatte ich mein altes Leben wieder“, sagt Catrin Thiel und lächelt hierbei.

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